Serotonin erhöhen ohne Tabletten: 7 Gewohnheiten, die die Stimmung verändern

Wie kann man Serotonin erhöhen? Das ist eine der häufigsten Fragen rund um die Stimmung. Soziale Medien antworten mit Bananen, Schokolade und einem „gesunden Darm“. Wir zeigen, was davon Mythos ist, was Studien sagen und welche alltäglichen Gewohnheiten tatsächlich mit dem „Glückshormon“ zusammenhängen.
Eine Banane zum Frühstück, eine Tafel Schokolade zum Mittag, ein Probiotikum am Abend – und das „Glückshormon“ ist gesichert. Videos über „Serotonin-Hacks“ und das „Serotonin-Tief“ sammeln Klicks, und in den deutschen Google-Vorschlägen steht „Serotonin erhöhen“ direkt neben „Serotonin erhöhen Medikamente“. Die unbequeme Wahrheit: Fast das gesamte Serotonin des Körpers befindet sich gar nicht im Gehirn – und das aus dem Darm kommt dort nicht an. Schauen wir, was wirklich mit der Stimmung zusammenhängt.
Was ist Serotonin, einfach erklärt?
Es ist ein chemischer Botenstoff, der Signale zwischen Nervenzellen überträgt und sowohl als Neurotransmitter als auch als Hormon wirkt. Der Körper bildet ihn aus der Aminosäure Tryptophan.
Serotonin ist an der Regulierung von Stimmung, Schlaf und Verdauung beteiligt. Laut Cleveland Clinic fühlt man sich bei einem normalen Serotoninspiegel konzentrierter, emotional stabiler und ruhiger. Doch den „Serotoninspiegel“ kann man weder zu Hause messen noch mit einem Lebensmittel anheben – und genau darauf bauen die meisten Mythen auf.
Serotonin im Darm erhöhen – und warum das nichts mit der Stimmung zu tun hat
Rund 90 % des Serotonins befinden sich in den Zellen, die den Magen-Darm-Trakt auskleiden. Daher die beliebte Idee: „Gesunder Darm – glückliches Gehirn.“
Das Problem: Serotonin aus dem Darm gelangt nicht durch die Blut-Hirn-Schranke – den Schutzfilter zwischen Blut und Gehirn. Die Autoren einer Übersichtsarbeit von 2020 trennen klar zwei „Haushalte“: das Serotonin im Gehirn, das mit Emotionen zusammenhängt, und das Serotonin im Darm, das die Verdauung regelt. Sich um die Verdauung zu kümmern ist für sich sinnvoll, aber keine direkte Leitung zu guter Laune.
Welche Gewohnheiten Sie dafür kombinieren können und wie Sie sie nicht schon am Mittwoch aufgeben, haben wir im PDF zu diesem Artikel zusammengestellt: ein Wochenmenü für gute Laune – jeden Tag eine kleine Handlung für Licht, Bewegung, Schlaf und Kontakt – und einen Tracker.