Im Stehen oder Sitzen arbeiten: was Studien wirklich zeigen

Im Stehen oder Sitzen arbeiten – was ist gesünder? Stehschreibtische sollten das Problem der bewegungsarmen Arbeit lösen, doch die Studienlage ist nicht so eindeutig. Wir fassen zusammen, was heute bekannt ist.
Im Stehen oder Sitzen arbeiten – darauf antworten Studien so: Schädlich ist nicht die Haltung selbst, sondern stundenlange Bewegungslosigkeit in jeder von beiden. Am besten wechseln Sie alle 30–60 Minuten zwischen Sitzen und Stehen und bauen kurze Spaziergänge in den Tag ein.
Der Trend zum Stehschreibtisch versprach, die Probleme des sitzenden Lebensstils zu lösen, doch spätere Studien zeigten, dass es komplizierter ist als „Stehen ist gesund“.
Sitzen oder Stehen am Arbeitsplatz: was zeigen Studien?
Die Belege für den Nutzen von Stehschreibtischen sind bislang begrenzt. Eine Cochrane-Übersicht stellt fest, dass die gesundheitliche Wirkung solcher Tische und anderer Maßnahmen gegen langes Sitzen noch nicht verlässlich belegt ist.
Einige Studien weisen darauf hin, dass auch langes Stehen mit bestimmten Risiken verbunden ist – etwa für die Venen der Beine. Wichtiger als die Wahl der Haltung ist daher der regelmäßige Positionswechsel.
Einfach gesagt: Der Körper verträgt jede statische Haltung schlecht. Acht Stunden am Stück zu sitzen ist ungünstig, aber acht Stunden am Stück zu stehen ist auch keine Lösung. Gewinner ist, wer oft die Position wechselt und sich bewegt.
Warum im Stehen arbeiten: Vor- und Nachteile
Das Arbeiten im Stehen hat Vorteile, ist aber keine Universallösung. Eine ehrliche Bilanz sieht so aus.
**Vorteile:**
- weniger Stunden ununterbrochenen Sitzens;
- leichter, die Haltung zu wechseln und ein paar Schritte zu gehen;
- viele bleiben in der zweiten Tageshälfte leichter wach.
- leichter aufzustehen und sich zu bewegen, wenn der Tisch schon hochgefahren ist.
**Nachteile:**
- langes Stehen ermüdet Beine und Rücken;
- Belastung der Venen bei stundenlangem Stehen;
- Stehen ersetzt keine körperliche Aktivität, schreibt Harvard Health.
Wie richtet man das Arbeiten im Stehen am Computer ein?
Die wichtigste Regel: Der Arbeitsplatz muss sich an Sie anpassen – Bildschirm auf Augenhöhe, Ellbogen etwa im rechten Winkel gebeugt, Schultern entspannt.
Die Tischhöhe im Stehen sollte es erlauben, die Schultern locker hängen zu lassen und die Handgelenke gerade zu halten. Ist der Tisch nicht verstellbar, können Sie mit einem Laptopständer und einer separaten Tastatur beginnen.
- Wechseln Sie alle 30–60 Minuten zwischen Sitzen und Stehen.
- Nutzen Sie bei langem Stehen eine weiche Matte unter den Füßen.
- Drücken Sie die Knie nicht durch und verlagern Sie das Gewicht von einem Bein aufs andere.
- Halten Sie die Handgelenke gerade und die Tastatur auf Ellbogenhöhe.
Zur richtigen Haltung in den Sitzphasen lesen Sie den Artikel „Haltung am Computer“.
Wie wird das Arbeiten im Stehen leichter, wenn die Beine schmerzen?
Wenn die Beine abends schwer sind, hilft meist, das ununterbrochene Stehen zu verkürzen und mehr Bewegung einzubauen.
Oft hängt die Müdigkeit der Beine weniger mit dem Stehen zusammen als mit unbequemen Schuhen oder hartem Boden. Ändern Sie eine Sache und beobachten Sie Ihr Befinden einige Tage lang.
- Setzen Sie sich, bevor die Müdigkeit kommt.
- Tragen Sie bequeme, stabile Schuhe.
- Nutzen Sie eine Fußstütze, um abwechselnd einen Fuß daraufzustellen.
- Machen Sie einfache Übungen: auf die Zehenspitzen gehen, von der Ferse auf die Zehen abrollen.
Wenn Sie viel auf den Beinen sind und die Gelenke sich melden, helfen die sanften Übungen aus dem Artikel „Gelenkübungen ab 55“.
Was ist für die Gesundheit bei der Arbeit wirklich wichtig?
Der entscheidende Faktor ist regelmäßige Bewegung über den Tag – nicht die Wahl zwischen Stehen und Sitzen.
- Kurze Spaziergänge nach jeder Arbeitsstunde.
- Telefonate im Gehen.
- Treppe statt Aufzug, wenn möglich.
- Besprechungen im Stehen oder Spaziergänge statt kurzer Calls.
- Das Wasserglas etwas weiter weg stellen – damit Sie öfter aufstehen.
Wie Sie ein paar Minuten Aktivität in den Arbeitstag einbauen, lesen Sie im Artikel „Mikrotraining im Tagesverlauf“. Und zur Unterstützung des Rückens bei Sitzarbeit in „Vorbeugung von Rückenschmerzen“.
Das Fazit ist einfach: Der beste Tisch ist der, an dem Sie in keiner Haltung lange erstarren.
Wenn Sie zwischen einem Stehschreibtisch und zusätzlichen Spaziergängen schwanken, beginnen Sie mit den Spaziergängen: Sie kosten nichts und bringen dem Körper mehr Bewegung als ein bloßer Haltungswechsel.